Schwebfliegen

Schwebfliegen kann man überall beobachten: an Wegrändern, auf Wiesen und Feldern, in Waldschneisen, im Garten und selbst am Haus in Blumenkästen. Es sind ausdauernde und elegante Schweber und Flugkünstler. Sie kommen in einer großen Vielfalt, farbenprächtig und formenreich, vor. Die harmlosen Tierchen stechen nicht und müssen nicht gefürchtet werden. Sie besuchen Blumen und bestäuben sie. Manchmal kann man sie aber kaum von Bienen und Wespen und anderen stechenden Vorbildern unterscheiden. Über 400 Schwebfliegenarten kommen in Deutschland vor. Sie haben eine immense ökologische und auch ökonomische Bedeutung als Blütenbestäuber und als Blattlausvertilger. Sie zu beobachten und zu fotografieren ist ein spannender, interessanter und herausfordernder Zeitvertreib!


bestimmen und Fotografieren

Um die in Deutschland heimischen fast 500 Schwebfliegenarten richtig erkennen und bestimmen zu können, benötigt man zu aller erst gute Literatur. Folgende Literatur habe ich mir beschafft und benutzt: 

Barendregt, Aat (9. Auflage, 2001): Zweefvliegentabel. Stichting Jeugdbondsuitgeverij, Utrecht - 97 S.

Bothe, Gerald (8.Auflage, 1996): Schwebfliegen. DJN- Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung, Heiligenstedten - 123 S.

Bot, Sander und Van de Meutter, Frank (2019): Veldgids Zweefvliegen.  KNNV Publishing, Utrecht - 388 S.

Kormann, Kurt (2002): Schweb- u. Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna-Verlag, Nottuln - 270 S.

Sauer, Frieder (1987): Fliegen und Mücken nach Farbfotos erkannt, Fauna-Verlag, Karlsfeld - 123 S.

Volucella, die Schwebfliegen-Zeitschrift, Band 2, Stuttgart 1996 bis Band 8, Stuttgart 2007.

 

An der Literaturauswahl kann man bereits sehen, dass deutsche Literatur in die Jahre gekommen und zudem auch wenig vorhanden ist. Besser sieht es in unseren Nachbarländern Belgien und den Niederlanden aus. Hervorragend zum Bestimmen geeignet und noch neueren Datums ist der oben aufgeführte Feldführer Schwebfliegen, der 384 Arten, die in den Niederlanden und Belgien vorkommen, vorstellt.  In deutscher Sprache gibt es diesen veldgids leider nicht. 

 

 


Fotografieren von Schwebfliegen

Da manche Schwebfliegen extrem klein sind, benötigt man ein gutes Makroobjektiv, um sie entsprechend ins Bild zu rücken. Ich benutze das Zuiko 2.8/60 mm Makro ED an meiner Olympus OM-D Mark 2 und bin damit sehr zufrieden. Es ist lichtstark und bietet so mit einer höher eingestellten ISO-Zahl gute Voraussetzungen, auch mit kleineren Blendenwerten arbeiten zu können. Natürlich ist es immer von Vorteil, ein Stativ einsetzen zu können, was leider aber meistens nicht möglich ist bei den schnell von Blüte zu Blüte fliegenden oder schwebenden Fliegen. Ein großes Problem beim Fotografieren ist der Wind und wenn man viel fotografiert, wird man feststellen, dass es selten ganz windstill ist.

Es ist nicht immer möglich, Schwebfliegen so zu fotografieren, dass man sie im Anschluss zu Hause in Ruhe bestimmen kann. Von großem Vorteil ist es dabei zu wissen, was die artspezifischen Kennzeichen der jeweiligen Art sind, um diese nach Möglichkeit mit der Kamera ins Visier zu nehmen. Aber selbst wenn es einem gelungen ist, scharfe Fotos auch von den oft für die Bestimmung wichtigen Details (Flügelgeäder, Augen, Stirn, Fühler, Behaarung, Beinfarbe...) zu schießen, manche Arten lassen sich nur sicher bestimmen, wenn man sie fängt, tötet und mit dem Mikroskop untersucht. Die sehr häufig vorkommenden schlanken Langbauch- oder Stiftschwebfliegen (Sphaerophoria spec.) z.B.,  sind  selbst anhand gefangener Exemplare meist nur sehr schwer zu bestimmen, weil sich einige nur anhand ihrer Genitalorgane unterscheiden lassen. Gute Bestimmungsbücher zeigen daher keine (oder nur wenige) Freilandaufnahmen von Schwebfliegen, sondern zeigen präparierte Schwebfliegen und Detailaufnahmen am Präparat. Solche Detailaufnahmen sind unverzichtbar für eine sichere Identifizierung der Art und für die entsprechenden Forschungsarbeiten. Ich selbst fange und töte grundsätzlich  keine Schwebfliegen. Meine Leidenschaft für Schwebfliegen geht bis zum  Fotografieren und hört vor dem Mikroskopieren auf. Das bedeutet aber auch, dass ich manche Arten nicht bestimmen kann und damit leben muss. 


 

Die Glänzende Schwarzkopfschwebfliege (Melanostoma mellinum) wird nur 5-8 mm groß. Sie unterscheidet sich von der ähnlichen, etwas größeren Matten Schwarzkopfschwebfliege (Melanostoma scalare) durch ihr Gesicht, das ganz schwarz ist und glänzt. Dieses Detail muss man fotografiert haben, um sich bei der Bestimmung sicher sein zu können. Das nebenstehende Foto allein würde aber nicht zu einer Artbestimmung führen können, ohne den Körper dieses Winzlings in Augenschein genommen zu haben.